Biografie

Wenn man auf Google nach Treppenhaus-Freestyle-Cypher, Busta Rhymes oder Bahncard 100 sucht, findet man ziemlich sicher ein Feature mit MC Rene. Wer der Mann mit der langen HipHop-Geschichte heute ist, erfährt man auf „Master of Ceremony“.
Nach „Renessance“ und „Khazraje“ präsentiert Rene auf seinem neusten Werk seine ganz persönliche „Überfahrt in die Gegenwart“. Rene gelingt es seine junggebliebene
Leichtigkeit ins Jetzt zu transportieren und diese mit seiner er- und gewachsenen Erfahrung zu kombinieren. Er bleibt sich selbst treu und lässt trotzdem Veränderung zu. Aktualität ja, Kommerz nein!
Es ist das dritte Rene-Album seit 2015, das konsequent aus der Schmiede eines Produzenten stammt. Maniac`s Instrumentale vermitteln dabei zwar einen klassischen Vibe, die Samples greifen zurück in den Funk oder in die Zeit der Hippies, mit der üblichen Songstruktur wird aber gebrochen.
So rappt Rene Tracks ohne Refrain, wenn es keine braucht oder bringt in nur einer Strophe auf den Punkt, was er zu sagen hat. Der Inhalt soll nicht gestreckt werden. Auch auf Intro und Outro, Skits oder Interludes verzichtet „Master of Ceremony“ komplett.
Die Songs „Frei“, „Kavallerie“ und „Gibbs“ fallen auf, weil sie ihre ganz eigene Rhythmik transportieren. Rene und seine Feature-Gäste Galv und Toni L stellen sich dieser Herausforderung mit unkonventionellen Flows.
„Luv“, „Zuversicht“ oder „Thats Hip Hop“ wiederum leben vom BummBummTschack und der Energie, mit der der Rapper klar macht, was ihm Hiphop bedeutet und was er von der „Industriemaschinerie“ hält.
Der Sinn des Lebens ist bekanntlich 42. Im besten Alter zieht der Nicht-mehr-ganz Jungspund MC Rene Bilanz über sein bisheriges Schaffen. So schreibt er in „Brief“ mit der Erfahrung von heute an sein jüngeres Ich oder bereist in „Atemzug“ die Haltestellen seines Daseins. „12Uhr“ aufstehen war einmal, wenn der kleine Sonnenschein noch vor dem Hahn kräht. Da an Schlaf eh nicht zu denken ist, erhält dieser auf „Morpheus“ mit Sonne Ra seine Stimme.
Der erste Titel „Elevated“ gibt die Marschrichtung des Albums vor und fasst gleichzeitig seine Aussage zusammen. Rene hat nicht den Anspruch Rap neu zu erfinden, sondern das eigene Ding aufs nächste Level zu heben. Rene muss es keinem mehr beweisen außer sich selbst. Und so schafft er sich mit seinem mittlerweile achten Soloalbum seinen eigenen Maßstab und liefert den Titel gleich mit: Denn „Master of Ceremony“ ist das, was Rene immer war, ist und sein wird.